Camerons Blockade spaltet die Briten

Camerons Blockade spaltet die Briten

Mit seinem Abstimmungsverhalten auf dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich Großbritanniens Premierminister David Cameron im eigenen Land nicht nur Freunde gemacht. Sowohl von den Regionalregierungen, als auch von der oppositionellen Labour Party musste Cameron Kritik einstecken. Selbst der liberaldemokratische Koalitionspartner übte Kritik am Auftritt des Premierministers in Brüssel. So hat beispielsweise der Parteichef der Liberaldemokraten und stellvertretende Premierminister Nick Clegg Angst davor, dass Großbritannien in der EU isoliert dastehen könnte.

Da die Liberaldemokraten als sehr europafreundlich gelten, könnte die Koalition mit Camerons Konservativen, die das Abstimmungsverhalten des Premierministers begrüßten, in Gefahr geraten. Auch von anderer Seite wurde Cameron scharf kritisiert. Die Regionalregierungschefs Carwyn Jones ( Labour ) und Alex Salmond ( Scottish National Party ) aus Wales bzw. Schottland warfen Cameron vor, Großbritannien in Europa zu isolieren und ihm dort Handlungsspielräume wegzunehmen. Salmond machte sich zugleich Sorgen um die Beziehungen von Schottland, Nordirland und Wales zur EU. Zumindest weiß der Premierminister neben seiner eigenen konservativen Partei auch eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich.

Bei einer Umfrage der „Times“ begrüßten 57% der Befragten das Vorgehen Camerons in Brüssel. Jedoch könnte die Zustimmung seiner eigenen Partei für Cameron zum Bumerang werden. Denn der Premierminister könnte von seinen eigenen Parteifreunden dazu bedrängt werden, aus der EU auszutreten.

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