Griechenland – 4 Milliarden für Rüstung

Griechenland – 4 Milliarden für Rüstung

Obwohl im Zusammenhang mit dem drohenden Staatsbankrott und den Milliardenhilfen der EU derzeit in Griechenland ein strikter Sparkurs auf der Tagesordnung steht, haben einige Politiker des Landes schon jetzt wieder ganz andere Pläne. Während die griechische Bevölkerung unter der drastischen Kürzung von Sozialleistungen und Löhnen bzw. unter Steuererhöhungen zu leiden hat, um die Einhaltung der strengen EU-Auflagen zu gewährleisten, berichtet ein Wirtschaftsreporter der „Zeit“ von den schier unglaublichen Äußerungen eines griechischen Rüstungsexperten.

Griechenland ist bekanntermaßen einer der größten Waffenkäufer Europas und wurde 2010 innerhalb der Natostaaten darin nur noch von den USA übertroffen. Nun haben einige griechische Politiker offenbar schon wieder einen Teil der angekündigten Rettungsgelder für weitere Rüstungsimporte verplant. 60 neue Kampfflugzeuge für vier Milliarden Euro sollen es sein, außerdem Kampfhubschrauber, U-Boote und Fregatten für einige weitere Milliarden. Besonders für deutsche und französische Rüstungsunternehmen könnte dies laut Vermutungen der „Zeit“ von Interesse sein.

Insgesamt 130 Milliarden Euro sind an Rettungsgeldern von EU und IWF angesetzt worden. Bis zum 20. März muss Staatschef Lucas Papademos die Umstrukturierung seines Landes gegen den Widerstand der Gewerkschaften durchgesetzt haben, denn zu diesem Zeitpunkt werden Staatsanleihen mit einem Volumen von 14,5 Milliarden Euro auslaufen. Ob er seine Reformen angesichts dieser Pläne verteidigen kann, scheint fraglich. Ohne die Gewährung von Notkrediten würde dies jedoch bereits den endgültigen Staatsbankrott bedeuten.

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