Griechenland droht Pleite, Einigung nicht in Sicht

Griechenland droht Pleite, Einigung nicht in Sicht

Sollten die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Banken nicht bald zu einer Einigung führen, wird Athen schon bald komplett pleite sein. Um dies zu verhindern, droht die griechische Übergangsregierung mit drastischen Maßnahmen: Private Gläubiger, die nicht freiwillig auf ihre Forderungen verzichten, sollen per Gesetz, zumindest zu einem Teilverzicht, gezwungen werden. „Allerdings“ so ein Regierungssprecher, „hat die Regierung noch nicht entschieden, ob ein entsprechendes Gesetz ins Parlament eingebracht wird!“
„Die Unterhändler sind inzwischen eher pessimistisch, dass es noch eine Einigung geben wird.“ ließ ein Verhandlungsinsider verlauten. Die Folgen für Griechenland und somit auch für ganz Europa währen bei einem Scheitern der Verhandlungen wohl katastrophal.

Wie eine griechische Zeitung berichtet, will die Regierung bis Montag ein Gesetz vorlegen, wonach Gläubiger zu einem Verzicht ihrer Forderungen, in Form eines Anleihentauschprogramms, zwangsweise herangezogen werden können. Dass Griechenland tatsächlich an solch einem Gesetz arbeitet, belegen auch die Aussagen von Regierungsvertretern aus der Euro-Zone vom Donnerstag.
Natürlich wäre es für die Rettung Griechenlands besser, die privaten Gläubiger, in deren Händen bereits die Hälfte aller ­Hellas-Anleihen liegen, würden freiwillig auf ihre Forderungen verzichten. Doch einige Investoren waren so schlau, etwa Kreditversicherungen (CDS) auf die Anleihen gekauft zu haben, die bei einem Bankrott natürlich fällig würden. Sie haben deshalb wohl eher ein Interesse an einer Staatspleite, bei der sie sich besserstellen würden, als an einem Forderungsverzicht gegenüber Griechenland.

Das geplante, zweite IWF- und EU-Rettungspaket von 130 Milliarden Euro, bekommt Griechenland nur, wenn sich private Investoren daran beteiligen. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn auf rund 100 Milliarden Euro verzichtet, also eine Beteiligungsquote von 90% erreicht wird. Denn sollten weniger Gläubiger einem Forderungsverzicht von 50% zustimmen, bliebe es wieder an den Euro-Partnern hängen, die dadurch entstehende Finanzlücke zu füllen.

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