Griechenland: Schuldenschnitt oder Staatsbankrott?

Griechenland: Schuldenschnitt oder Staatsbankrott?

Die entscheidende Phase im Geplänkel um einen Schuldenschnitt für Griechenland steht kurz bevor. Eine Abmachung sei in Reichweite, wird der EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel zitiert.

Auch der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos geht davon aus, dass eine Einigung kurz bevor steht. Dies wäre zwar zum Wohle Griechenlands, den europäischen Schuldnern, allen voran den Banken dürfte dies aber große Sorgen bereiten. Es gilt abzuwägen ob man das Risiko eingeht gar kein Geld zurück zu bekommen, oder durch den Schuldenschnitt die Wahrscheinlichkeit erhöht, wenigstens die nicht erlassenen Schulden erstattet zu bekommen. Darüber hinaus ist der Schuldenschnitt die Bedingung der Gläubigerstaaten, damit weiteres Geld in Form eines zweiten Hilfsprogramms nach Griechenland geschickt wird.

Währenddessen formiert sich in Deutschland neuer Widerstand gegen die wiederholten Forderungen der Griechen. Nach einer Aussage Rehns am Rande des Wirtschaftsgipfels im schweizerischen Davos, dass Griechenland mehr Geld benötige als bisher angenommen, kommt der Rüffel der deutschen Regierung postwendend. Diese wirft Rehn durch Regierungssprecher Seibert vor, mit solchen Spekulationen nur für Unruhe im Vorfeld der Entscheidung zu sorgen und somit zusätzlichen Druck aufzubauen.

Das neue Hilfspaket für den angeschlagenen Mittelmeerstaat soll zusätzliche 100 Milliarden Euro umfassen. Dagegen wird vor allem bei FDP Stimmung gemacht, die sich selbst als Partei mit der größten Wirtschaftsfachexpertise sieht. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich am Freitag erwartungsgemäß, dass ein neuer Hilfsbeitrag in dieser Größenordnung mit ihm und seiner Partei nicht zu machen sei. Aber auch der Koalitionspartner CDU steht dem Rettungsprojekt mittlerweile skeptischer gegenüber. Finanzminister Wolfgang Schäuble warf der griechischen Regierung vor, dass keines der vor zwei Jahren gemachten Versprechen bisher eingehalten worden sei. Dies war nicht die erste Äußerung Schäubles in dieser Richtung.

Doch während auch der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, skeptisch ist, scheint zumindest der Chef der Deutschen Bank, Joseph Ackermann, zuversichtlich in Sachen Schuldenschnitt zu sein und unterbreitete ein entsprechendes Angebot.

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