Milliardenloch bei der Santander-Bank

Milliardenloch bei der Santander-Bank

Die Santander-Bank, als größte spanische Bank auch unter „Banco Santander“ bekannt, musste vor kurzem hohe Gewinneinbrüche melden. Wenn Spanien um ein Hilfspaket bittet und die EZB für die gesamte Eurozone verantwortlich wird, kann dies gemäß einer Analyse von Goldman Sachs folgenreich sein.

Schlechte Geschäftszahlen für die Banco Santander
Die Bank konnte in den ersten drei Quartalen lediglich 1,8 Mrd. Euro Gewinn erzielen, was einem Minus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Hier schlagen die gesetzlichen Regelungen Spaniens zur Wertberichtigung zu Buche, aufgrund derer die Santander-Bank in den ersten beiden Quartalen durch die Abschreibung fauler Immobilienkredite im Wert von 5 Mrd. Euro schon etwa 90 % der Vorgaben erfüllt hat. Die Santander-Bank ist eine von 15 spanischen Banken, deren Kreditwürdigkeit kürzlich durch Standard & Poor’s heruntergestuft wurde.

Strittige Kernkapitalquote
Die Bank vermeldet eine Core Tier 1 (Kernkapitalquote) von 10 Prozent. Die Analyse der Barclays Bank hingegen kommt für die große spanische Bank lediglich auf eine Kernkapitalquote von etwa zwei Prozent, da das vorhandene Kapital zum Auffangen inländischer Verluste auch das in Tochtergesellschaften gebundene Kapital beinhaltet. Somit ergäbe sich eine Riesenloch in Höhe von bis zu 18 Mrd. Euro. Die Banco Santander weist diese Analyse zurück und verweist daraus, dass u.a. aus Bilanzierungsgründen keine Abgrenzung des Kapitals der Tochtergesellschaften erfolgen kann. Dies ist laut den Vorgaben der spanischen Zentralbank richtig. Sollten sich die Mitgliedsstaaten der Eurozone jedoch entscheiden, die Europäische Zentralbank (EZB) auch für Spanien verantwortlich zu machen, könnte es zu Änderungen kommen.

Handlungsprognose für die Europäische Zentralbank
Eine Analyse der Goldman Sachs, welche Chef-Volkswirtschaft Pill vorstellte, legt nahe, dass die EZB im Falle einer finanziellen Hilfeanforderung Spaniens die Renditen für kurzfristige Anleihen auf einem niedrigen Niveau halten wird. Umfangreiche Maßnahmen seien nicht zu erwarten, und falls doch Skepsis aufkäme, könne die EZB die Renditen zunächst kurzfristig ansteigen lassen, weswegen die Skeptiker, die eine gegenteilige Zinsentwicklung erwarten, Verluste machen könnten. Poll bezeichnete diese vermutete Taktik als „Guerilla-Taktik“. Quelle FORMAT

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